Wandern auf dem Havel-Elbe-Wanderweg

Der Havel-Elbe-Wanderweg führt Sie von Brandenburg an der Havel bis in die Hansestadt Havelberg. Wandern ist in der Region bisher ein Geheimtipp. Gleichwohl führt die Tour meist auf schönen und ruhigen Waldwegen durch das Havelland und die ­Altmark. Wer Zeit mitbringt und sich auf das Land einlässt, für den kann der Weg von Kirche zu Kirche zu einer ganz eigenen »Pilger«-Erfahrung werden. Auf dem Weg von Brandenburg an der Havel über Premnitz, Rathenow und Stölln bis in die Hansestadt Havelberg erreichen Sie übrigens auch alle fünf ­Standorte der Bundesgartenschau 2015.

Kirchenweg Wandern

Startpunkt der Tour ist die über 1.000-jährige „Wiege der Mark“ Brandenburg, die Stadt Brandenburg an der Havel. Hier lohnt auf jeden Fall ein Spaziergang über die drei historischen Stadtkerne Altstadt, Neustadt und Dominsel sowie eine Besichtigung ihrer jeweiligen Kirchen St. Gotthardt, St. Katharinen und Dom St. Peter und Paul. In der Neustadt ist zudem die katholische Kirche Heilige Dreifaltigkeit und am Rande der Altstadt die kleine romanische Kirche St. Nicolai einen Besuch wert. Nach dem Stadtrundgang gehen Sie zunächst über die Jahrtausendbrücke Richtung Altstadt und dort durch die Mühlentorstraße bis zum Kleinen Beetzsee. Ein schöner Weg führt am Ufer entlang bis zur Brücke über den Silokanal und weiter geht es an der Regattastrecke vorbei auf dem Fritze-Bollmann-Weg (Asphalt) nach Norden.

Übernachtung: verschiedene Kategorien und Ansprüche, mehrere Bett & Bike Betriebe

Gastronomie: zahlreiche Restaurants, teilweise direkt am Wasser

Bahnanschluss: RE1 Magdeburg–Berlin, RB Brandenburg an der Havel–Rathenow

Hinter dem Seehotel Brielow geht es vorwiegend auf einem Wald- und Feldweg, mit kurzen befestigten Abschnitten, weiter bis in den Ort Brielow. Bekannt ist der Ort vor allem für die große Schwedenlinde, die zusammen mit der neoromanischen Kirche von 1870 den Dorfkern bildet.

Übernachtung: Hotel am Beetzsee, Pensionen, Privatunterkünfte

Gastronomie: Restaurants im Ort

Hinter dem Ort geht es auf einer alten Pflasterstraße mit einem Randstreifen zum Laufen Richtung Hohenferchesar. Hier ist ein kurzer Abstecher in den Ort, direkt am Pritzerber See, mit der schlichten Dorfkirche lohnenswert.


Übernachtung: Campingplatz, mehrere Privatunterkünfte
Gastronomie: nicht vorhanden

Zurück auf dem Wanderweg führt ein naturbelassener Wald- und Feldweg nach Fohrde. Hier können Sie auf dem Dorfplatz vor der barocken Kirche unter einer prächtigen Friedenseiche eine Rast einlegen.


Übernachtung: Pension, mehrere Privatunterkünfte
Gastronomie: kleinere gastronomische Betriebe
Bahn: RB Brandenburg an der Havel–Rathenow

Durch Fohrde und weiter bis zum Ortsausgang Richtung Pritzerbe verläuft der Wanderweg vorwiegend auf Gehwegen. In Pritzerbe passieren Sie die schöne Uferpromenade und die weithin sichtbare Kirche St. Marien „Unser lieben Frauen“. Sie verlassen den Ort am Bahnhof vorbei in nördlicher Richtung, wo ein schöner Feld- und Waldweg durch die Pritzerber Heide führt.

Übernachtung: Motel, mehrere Privatunterkünfte
Gastronomie: Restaurant, Eiscafé

Bahn: RB Brandenburg an der Havel–Rathenow

Über Döberitz mit seiner neoromanischen Backsteinkirche aus dem 19. Jahrhundert geht es weiter in die Stadt Premnitz. Hier finden Sie die evangelische und die katholische Kirche entlang der Alten Hauptstraße. Der Wanderweg führt Sie in Premnitz ein Stück direkt an die Havel. Hinter dem Bahnhof Nord geht es links über den Post- und Dachsberg und an der Waldsiedlung Königshütte links auf einen wunderschönen Waldweg. Entlang des Weges gibt es Informationstafeln zur Region, mehrere schöne Rastplätze und einen Erlebnispfad.

Übernachtung: Hotel, Pension (auch in Döberitz)
Gastronomie: in Premnitz
Bahn: RB Brandenburg an der Havel–Rathenow

Über eine Stadtrandsiedlung gelangen Sie schließlich in die Optikstadt Rathenow. Hier begrüßt Sie schon von weitem die Stadtkirche St. Marien-Andreas auf dem Kirchberg, unweit davon auf dem Weinberg steht die Auferstehungskirche. Die katholische Kirche St. Georg ist ebenfalls sehenswert. Interessant sind in Rathenow zudem das Optikindustriemuseum, das Optikdenkmal und allen voran natürlich der Optikpark. Sie verlassen den Ort Richtung Nordosten an der Waldsiedlung und dem Stadtforst vorbei. Hier führt ein sehr schöner Wanderweg durch Wald und Wiesen, mit mehreren schönen Rastplätzen und vorbei an einem Golfplatz.

Übernachtung: zahlreiche Unterkünfte in verschiedenen Kategorien und für verschiedene Ansprüche (Tourist-Info!)
Gastronomie: zahlreiche Restaurants & Cafés
Bahn: RB von und nach Berlin, Brandenburg an der Havel, Stendal (allesamt im Stundentakt)
Weiterführende Links:
www.rathenow.de · www.tv-westhavelland.de · www.optikpark-rathenow.de · www.oimr.de

Hinter dem Golfplatz stoßen Sie auf den Hohennauener-Ferchesarer See, direkt unten am See führt ein Pfad entlang nach Ferchesar. Hier können Sie an der barocken Kirche eine Rast einlegen. Weiter um den See herum führt unterhalb des Campingplatzes ein schöner Waldweg, der immer wieder herrliche Blicke auf den See bietet.

Übernachtung: Pension, Ferienhausvermietung, Privatunterkünfte, Campingplatz
Gastronomie: am Campingplatz sowie im Ort

Nach ca. 3 Kilometern biegen Sie rechts in den Wald ab und gehen durch diesen weiter an dem kleinen Ort Lochow mit dem gleichnamigen See vorbei und treffen schließlich auf den Radweg „Tour Brandenburg“, auf dem die Kirchenwege-Fahrradtour verläuft. Diesem asphaltierten Weg folgen Sie an Feldern entlang bis nach Schönholz. Von dort kommen Sie über einen Waldweg nach Stölln. Das Dorf, bekannt durch die Flugversuche Otto Lilienthals, begrüßt Sie mit der „Lady Agnes“, einem Flugzeug vom Typ IL62, das am Ortseingang auf dem Gollenberg thront. Die Kirche ist dank ihrer schönen historischen Inneneinrichtung besonders sehenswert. Ihr gegenüber befindet sich das Lilienthal-Centrum.

Übernachtung: Hotel, Ferienwohnungen
Gastronomie: vorhanden

Etwas südlich der Verbindungstraße führt ein Wanderweg über die Felder in die kleine westhavelländische Stadt Rhinow. Der Kern der dortigen Kirche entstand bereits um 1300.


Übernachtung: Privatunterkünfte, Zimmervermietung Knobloch ist Bett & Bike

Gastronomie: vorhanden

Zunächst eine kleine Strecke parallel zum Radweg führt der Wanderweg weiter geradeaus bis zum Fluss Neue Dosse, der Sie ein Stück begleitet, bis Sie schließlich wieder nach Süden in das Künstlerdorf Strodehne abbiegen. Sehenswert ist das Backsteinensemble aus großer Dorfkirche, Mühle, Wohn- und Wirtschaftsgebäuden.

Übernachtung: mehrere Privatunterkünfte
Gastronomie: Gaststätten

Weiter geht es an der Landstraße entlang über die Havelbrücke auf die westliche Havelseite zur Garzer Mühle. Der Wanderweg verläuft hier leider ein Stück auf der Straße. Eine Alternative über die Havel ist nicht vorhanden. Von der Garzer Mühle geht es über Plattenspurbahnen durch die Feldmark, ein naturbelassener Mittel- bzw. Randstreifen ist vorhanden. Der Erholungsort Kamern liegt idyllisch am gleichnamigen See; interessant ist neben der Kirche auch der „Frau Harke-Sagenpfad“ mit Rastplätzen.

Übernachtung: mehrere Privatunterkünfte, Campingplätze mit Bungalows
Gastronomie: Gaststätten, teilweise direkt am See

Weiter geht es auf der westlichen Seeseite entlang zunächst Richtung Süden bis zum Zeltplatz Schönfeld und dann wieder Richtung Norden auf einem schönen Waldweg nach Wulkau. Die Kirche besticht mit einer interessanten Innenausmalung.

Übernachtung: Gasthaus Deutsches Haus, Reiterhof
Gastronomie: Gasthaus Deutsches Haus

Von Wulkau aus führt der Weg Richtung Westen bis zum Elbdeich und weiter auf dem Deich entlang nach Sandau. Vom Kirchturm der Pfarrkirche St. Laurentius/St. Nikolaus haben Sie einen wunderbaren Blick über die Stadt und zur Elbe.


Übernachtung: mehrere Privatunterkünfte
Gastronomie: Gaststätten & Cafes


Auf der sogenannten Königsallee sowie einem Stück durch die Feldmark gelangen Sie auf einem befestigten Sandweg bis in die Hansestadt Havelberg. Am Zusammenfluss von Havel und Elbe 
ist ein Besuch des Doms St. Marien sowie der schönen Altstadtinsel mit der Kirche St. Laurentius unbedingt empfehlenswert.

Übernachtung: Unterkünfte in verschiedenen Kategorien und für verschiedene Ansprüche
Gastronomie: zahlreiche Restaurants, teilweise direkt am Wasser

Bahn: Busverbindung zum Bahnhof Glöwen, von dort RE2 Berlin–Wittenberge

Länge

128 km

Dauer

6–8 Tage bei 15–20 km/Tag

Kirchen

24 in 16 Orten
Alle Kirchen an der Tour

Streckenverlauf

Brandenburg an der Havel – 7,2 km Brielow – 7,8 km Hohenferchesar – 3,5 km Fohrde – 2,2 km Pritzerbe – 10,6 km Döberitz – 3,5 km Premnitz – 12,5 km Rathenow – 9,7 km Ferchesar – 21 km Stölln – 4,7 km Rhinow – 14,1 km Strodehne – 10,9 km Kamern – 7 km Wulkau – 5,4 km Sandau – 8,2 km Havelberg

Hinweis zu den Wegemarkierungen

Im Zuge der Entwicklung der „Kirchenwege im Havelland“ wurde der bestehende, in weiten Teilen attraktive Wanderweg zwischen Brandenburg an der Havel und Havelberg optimiert und im nördlichen Teil auf die westliche Havelseite verlegt. Das führt dazu, dass Ihnen auf diesem Weg zwei unterschiedliche Wegmarkierungen begegnen – der bisherigen mit dem blauen Balken und der neuen mit einer blauen Welle.

Kartenempfehlung

Karten-Set Naturpark Westhavelland (Nord und Süd), Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg

Naturschutz

Um die unberührte Natur zu schützen, beachten Sie bitte die Regeln in den Schutzgebieten. So ist u. a. das Betreten der Ufer in den Naturschutzgebieten entlang der Havel nur an den Naturbadestellen erlaubt, Zelten und offenes Feuer nur auf den ausgewiesenen Biwakplätzen.