Mit dem Rad unterwegs auf der Tour Brandenburg

Die mehrtägige Fahrrad-Route verläuft auf einem Teilabschnitt der Tour Brandenburg, des mit 1.111 km längsten Radfernweges Deutschlands. Die Route wird geprägt von historischen Stadtkernen, märkischen Dörfern mit ihren zahlreichen und sehr verschiedenen Dorfkirchen sowie einer wunderschönen Fluss- und Auenlandschaft. Auf dem Kirchen-Radweg von Brandenburg an der Havel bis in die Hansestadt Havelberg werden ebenfalls alle fünf Standorte der Bundesgartenschau 2015 erreicht. Die Tour ist zertifiziert mit 4 Sternen nach dem ADFC. Als Wegmarke dient der rote Brandenburger Adler.

12 1 Dom St Peter und Paul

Die Tour startet in der Stadt Brandenburg an der Havel am Neustädtischen Markt. Bevor Sie losradeln sollten Sie einen Spaziergang durch die drei historischen Stadtkerne Altstadt, Neustadt und Dominsel nicht verpassen. Jeder dieser Stadtkerne wartet mit einer eignen Kirche auf, die Altstadt mit St. Gotthardt, die Neustadt mit St. Katharinen und die Dominsel mit dem Dom St. Peter und Paul. Am Rande der Altstadt ist auch die kleine romanische Kirche St. Nicolai und in der Neustadt die katholische Kirche Heilige Dreifaltigkeit einen Besuch wert. Der Radweg verläuft in Brandenburg an der Havel zunächst parallel zum Havel‐Radweg stadtauswärts Richtung Wilhelmsdorf als straßenbegleitender Radweg. Zu beachten ist ein Bahnübergang, bei dem Radfahrer die Straßenseite wechseln müssen.


Übernachtung: verschiedene Kategorien und Ansprüche, mehrere Bett & Bike Betriebe

Gastronomie: zahlreiche Restaurants, teilweise direkt am Wasser

Bahn: RE1 Magdeburg–Berlin, RB Brandenburg an der Havel–Rathenow

In Wilhelmsdorf biegt der Radweg rechts ab und führt kurz darauf auf einem wunderschönen asphaltierten Radweg an den Seen entlang nach Kirchmöser. Hier gibt es zwei kontrastreiche Kirchen – einen spätmittelalterlichen Feldsteinbau in Kirchmöser Dorf sowie eine Kirche von 1929 in Kirchmöser West, die zu ihrer Bauzeit als eine der modernsten in Deutschland galt.

Übernachtung: Zeltmöglichkeit am Restaurant Buhnenhaus, Campingplätze an der Malge, auf der Insel Kiehnwerder, Unterkünfte verschiedener Kategorien
Gastronomie: diverse Restaurants im Ort

Bahn: RE1 Magdeburg–Berlin

Weiter geht es durch den Schlosspark in das Fischerstädtchen Plaue. Der Ort empfängt Sie mit seiner ursprünglich spätromanischen Kirche aus dem 13. Jh. Kunsthistorisch bedeutsam ist die Kirche wegen ihrer restaurierten Wandmalereien des 15. Jahrhunderts.

Übernachtung: Campingplatze in Plaue‐Margarethenhof, zahlreiche Unterkünfte verschiedener Kategorien, Campingplatz Plaue‐Margarethenhof, Schloss Bett & Bike
Gastronomie: zahlreiche Restaurants im Ort, einige Fischereibetriebe

Hinter Plaue führt der Radweg auf einer mäßig, und in der Woche auch stärker, befahrenen Landstraße über Briest und Tieckow nach Fohrde. Der Dorfplatz vor der barocken Kirche lädt unter einer prächtigen Eiche zur Rast ein. Wieder auf dem Radweg gelangen Sie nach Pritzerbe. Vorbei an der weithin sichtbaren St.‐ Marien‐Pfarrkirche „Unser lieben Frauen" kommen Sie zur Fähre, die Sie auf die andere Havelseite nach Kützkow bringt.

Übernachtung: Motel, mehrere Privatunterkünfte
Gastronomie: Restaurant, Eiscafé

Bahn: RB Brandenburg an der Havel–Rathenow in Fohrde und Pritzerbe

Auf Betonspuren geht es weiter durch einen Wald bis in das Künstlerdorf Bahnitz mit der vermutlich kleinsten Kirche im Havelland. Hier erwartet den Besucher außerdem ein Kneipp‐Pfad.

Übernachtung: Kunsthof Bahnitz
Gastronomie: 2 Gaststätten vorhanden

Der Radweg verläuft weiter auf Betonspuren durch Wald und Feld bis Jerchel, wo nur noch ein Glockenturm an die ehemalige Kirche erinnert. Von dort geht es auf asphaltierter Landstraße über Marquede und weiter auf einem straßenbegleitenden Radweg bis nach Milow. Hier erwartet Sie neben der sehenswerten Fachwerkkirche wieder eine ausgeprägte touristische Infrastruktur. Im Ort informiert das Naturparkzentrum Westhavelland über den Lebensraum Havel und das Projekt der Havelrenaturierung.

Übernachtung: Jugendherberge, Privatunterkünfte, Gasthof, mehrere Bett & Bike Betriebe
Gastronomie: mehrere Gaststätten

Weiter verläuft die Tour ein Stück auf dem Havel-Radweg auf der linken Havelseite durch Bützer und Böhne. Die spätromanische Kirche in Bützer und der schlichte Backsteinbau von 1838 in Böhne können derzeit leider nicht besichtigt werden. Empfehlenswert ist auch ein Abstecher von Milow über die Havel nach Premnitz (ca. 5 km), mit der evangelischen und katholischen Kirche entlang der Alten Hauptstraße.

Sie erreichen die Optikstadt Rathenow. Die Stadtkirche St. Marien-Andreas begrüßt Sie schon von weitem auf dem Kirchberg. Dort (Freier Hof 5) finden sie auch die Tourist-Information (täglich geöffnet, vom Deutschen Tourismusverband zertifiziert). Vom Kirchberg gelangen Sie über die Kirchbergbrücke hinüber zum Alten Hafen von dort rechter Hand hinauf zum Weinberg mit der Auferstehungskirche. Die katholische Kirche St. Georg ist ebenfalls sehenswert. Interessant anzusehen sind in Rathenow die Areale Kirchberg, Alter Hafen, Optikpark und Weinberg – die Ausstellungskulissen der Landesgartenschau 2006 und Bundesgartenschau 2015. Verbunden sind beide Areale über die spektakuläre 345 m lange Weinbergbrücke. In der Innenstadt lockt das Optik Industrie Museum im Kulturzentrum am Märkischen Platz. Hier gibt es auch gute Einkaufsmöglichkeiten und viele Möglichkeiten zur Einkehr.

Übernachtung: zahlreiche Unterkünfte in verschiedenen Kategorien und für verschiedene Ansprüche (Tourist-Info!)
Gastronomie: zahlreiche Restaurants & Cafés
Bahn: RB von und nach Berlin, Brandenburg an der Havel, Stendal (allesamt im Stundentakt)
Weiterführende Links:
www.rathenow.de · www.tv-westhavelland.de · www.optikpark-rathenow.de · www.oimr.de
Tipp
Bevor Sie Rathenow verlassen ist ein Abstecher auf dem gut ausgebauten und beschilderten Havel-und Havelland-Radweg nach Grütz empfehlenswert (Rathenow–Grütz etwa 20 km). Zuerst erreichen Sie Steckelsdorf mit der Kirche aus dem Jahr 1822 die über ein vollständig erhaltenes Inventar verfügt. Etwa auf der Hälfte des Weges kommen Sie nach Göttlin und finden hier eine Backsteinkirche von 1890 und übrigens auch eine Badestelle mit Rastplatz. Grütz schließlich erwartet Sie mit einer 1806 erbauten Kirche. Im Ort gibt es auch einen wunderbar gelegenen Biwakplatz.

Weiter führt ein straßenbegleitender Radweg bis in den Urlaubsort Semlin am Hohennauener‐Ferchesarer See. In der Ortsmitte finden Sie die Fachwerkkirche von 1732 und eine reiche Auswahl an Restaurants und Unterkünften.

Übernachtung: zahlreiche Unterkünfte verschiedener Kategorien, Guthan's Landhaus hat Bett & Bike
Gastronomie: mehrere Restaurants im Ort

Von Semlin geht es gen Westen auf einer wenig befahrenen asphaltierten Landstraße und der Hohennauener Wasserstraße nach Hohennauen. Die barocke Kirche ist eine der größten in der Region und besitzt eine wertvolle Innenausstattung aus der Renaissance.

Übernachtung: mehrere Privatunterkünfte
Gastronomie: mehrere Restaurants

Ein kurzes Stück geht es nun Richtung Norden auf dem Radweg entlang der B 102 bis zum Abzweig nach Wassersuppe. Ab dort führt die Radtour auf wenig befahrener Landstraße bis in den Ort Wassersuppe mit der Fachwerkkirche aus dem 18. Jh.

Übernachtung: Privatunterkunft
Gastronomie: nichts bekannt

Auf einer verkehrsarmen Landstraße verläuft die Tour Brandenburg weiter nach Witzke. Die kleine Bank vor der Fachwerkkirche lädt zu einer kurzen Rast ein. Weiter verläuft die schmale und kaum befahrene Asphaltstraße an einem Entwässerungsgraben und zunächst am Wald entlang. Vorbei an Wiesen und Feldern gelangen Sie schließlich nach Stölln. Der Ort, bekannt durch die Flugversuche Otto Lilienthals, begrüßt Sie mit der „Lady Agnes“, einem Flugzeug vom Typ IL62, das auf dem Gollenberg thront. Die Kirche ist dank ihrer schönen historischen Inneneinrichtung besonders sehenswert. Ihr gegenüber befindet sich das Lilienthal-Centrum.

Übernachtung: Hotel, Ferienwohnungen
Gastronomie: vorhanden

Vom Ortsausgang führt ein Radweg entlang der Landstraße in die kleine westhavelländische Stadt Rhinow. Der Kern der dortigen Kirche entstand bereits um 1300.

Übernachtung: Privatunterkünfte, Zimmervermietung Knobloch ist Bett & Bike

Gastronomie: Gaststätten

Von hier geht es zunächst auf einer Asphaltstraße gen Norden, bis der Radweg auf einen Feldweg abbiegt, dann ein Stück der Landstraße folgt, um schließlich wieder Richtung Süden auf einem Nebenweg in das Künstlerdorf Strodehne abzubiegen. Sehenswert ist hier das Backsteinensemble aus großer Dorfkirche, Mühle, Wohn- und Wirtschaftsgebäuden.

Übernachtung: mehrere Privatunterkünfte
Gastronomie: Gaststätten

Weiter geht es auf der Landstraße über die Havelbrücke. Ein Stück weiter treffen Sie wieder auf den Havel‐Radweg, der rechts nach Kuhlhausen führt. Sie passieren die Landesgrenze nach Sachsen‐Anhalt. In Kuhlhausen erwartet Sie eine klassizistische Kirche nach Schinkelschem Vorbild.


Übernachtung: mehrere Privatunterkünfte
Gastronomie: Gaststätten

Der Radweg führt ab hier ein paar Kilometer am Deich entlang bis wieder die Landstraße erreicht wird. Auf der Landstraße führt ein straßenbegleitender Radweg bis Jederitz. Die neogotische Backsteinkirche von 1874 gehört bereits zum Pfarrbereich Havelberg.

Weiter geht es auf einem straßenbegleitenden Radweg bis zum Ziel der Kirchenwege in die Hansestadt Havelberg. An der Kreuzung mit der B107 gelangen Sie über die Havelbrücke in die Altstadt mit ihren romantischen Fachwerkhäusern und der Kirche St. Laurentius und von hier aus auch zum weithin sichtbaren Dom St. Marien.

Übernachtung: verschiedene Kategorien und Ansprüche, zahlreiche Bett & Bike Betriebe
Gastronomie: zahlreiche Restaurants, teilweise direkt am Wasser
Bahn: Busverbindung zum Bahnhof Glöwen, von dort RE2 Berlin–Wittenberge

Länge

124 km

Dauer

3–5 Tage

Kirchen

29 in 20 Orten
Alle Kirchen an der Tour

Streckenverlauf

Brandenburg an der HavelKirchmöser DorfKirchmöser WestPlaueFohrdePritzerbeBahnitzMilowBützerBöhneRathenowSemlinHohennauenWassersuppeWitzkeStöllnRhinowStrodehneKuhlhausenJederitzHavelberg

Die gesamte Strecke ist gut mit Radknotenpunkten ausgeschildert.

Beschaffenheit

An der Seenkette nach Kirchmöser gut ausgebauter Radweg durch Wald und am Wasser, ansonsten zwischen Brandenburg an der Havel und Hohennauener See zum Teil Landstraße und straßenbegleitende Radwege, zwischen Milow und Rathenow Verlauf auf dem gut ausgebauten Havel-Radweg. Nördlich des Hohennauener Sees gut ausgebaute und naturbelassene Wege.

Presseberichte

Radio- und TV-Beiträge

Kartenempfehlung

bikeline‐Radtourenbuch „Tour Brandenburg: Rund um Berlin durch ganz Brandenburg“, Esterbauer‐Verlag, Maßstab 1:75.000, ISBN 978‐3850002141

Naturschutz

Um die unberührte Natur zu schützen, beachten Sie bitte die Regeln in den Schutzgebieten. So ist u. a. das Betreten der Ufer in den Naturschutzgebieten entlang der Havel nur an den Naturbadestellen erlaubt, Zelten und offenes Feuer nur auf den ausgewiesenen Biwakplätzen.