Mit dem Boot auf der Havel

Die Bootstour durch die Flusslandschaft Untere Havelniederung folgt der Havel durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit weiten Seen und zahlreichen Nebenarmen. Die Havel fließt hier mitten durch den Naturpark Westhavelland und das Biosphärenreservat Mittelelbe. Auf der Tour bietet sich dem Wasserwanderer neben den Kirchen mit ein wenig Glück der Blick auf seltene Tiere wie Biber, Eisvogel oder Fischotter und vor allem auf die unberührte Flusslandschaft. Sie gibt der Route mit ihrer Weite und Ruhe einen ganz eigenen Charakter. Nördlich von Rathenow ist ein Abstecher auf den langen Hohennauener-Ferchesarer See Teil der Tour.

Kirchenweg Boot Bahnitz

Die über 1.000‐jährige Stadt Brandenburg an der Havel lädt zunächst zu einem Spaziergang durch die drei historischen Stadtkerne Altstadt, Neustadt und Dominsel ein. Jeder dieser Stadtkerne wartet mit einer eigenen Kirche auf, die Altstadt mit St. Gotthardt, die Neustadt mit St. Katharinen und die Dominsel mit dem Dom St. Peter und Paul. Am Rande der Altstadt ist auch die kleine romanische Kirche St. Nicolai und in der Neustadt die katholische Kirche Heilige Dreifaltigkeit einen Besuch wert.

Übernachtung: zahlreiche Anleger, Zeltmöglichkeit am Wassersportzentrum Alte Feuerwache Gastronomie: zahlreiche Restaurants, teilweise mit Anleger direkt am Wasser
Bahn: RE1 Magdeburg–Berlin, RB Brandenburg an der Havel–Rathenow

Über die Havel geht es zur Westlichen Havelseenplatte. Das Seengebiet ist geprägt von schilfbesäumten Ufern, kleinen Inseln und stillen Ankerbuchten. Bei starkem Westwind kommt es zu hoher Wellenbildung auf der Seenplatte. Die anliegenden Orte laden mit zahlreichen Anlegemöglichkeiten und abwechslungsreicher Gastronomie zu einem Landgang ein. Kirchmöser ist ein Ort mit zwei sehr kontrastreichen Kirchen, einem spätmittelalterlichen Feldsteinbau in Kirchmöser Dorf sowie einer Kirche von 1929 in Kirchmöser West, die zu ihrer Bauzeit als eine der modernsten in Deutschland galt. Das Fischerstädtchen Plaue empfängt Sie mit seiner ursprünglich spätromanischen Kirche aus dem 13. Jh. Kunsthistorisch bedeutsam ist die Kirche wegen ihrer restaurierten Wandmalereien des 15. und 16. Jahrhunderts.

Übernachtung: zahlreiche Anleger, für Kanuten Zeltmöglichkeit am Restaurant Buhnenhaus (Brandenburger Niederhavel), Campingplätze an der Malge, auf der Insel Kiehnwerder und in Plaue‐Margarethenhof
Gastronomie: zahlreiche Restaurants in beiden Orten, teilweise mit Anleger direkt am Wasser
Bahn: in Kirchmöser RE1 Magdeburg–Berlin

Weiter geht es havelabwärts Richtung Pritzerbe, das sich mit seiner schönen Uferpromenade und der weithin sichtbaren Pfarrkirche St. Marien „Unser lieben Frauen“ von 1783 präsentiert. Empfehlenswert für Kanuten ist unterwegs ein Abstecher auf den für Motorboote gesperrten Pritzerber See zur Dorfkirche in Hohenferchesar aus dem Jahr 1831.

Übernachtung: Anleger in Pritzerbe, für Kanuten auf dem Campingplatz in Kützkow oder Hohenferchesar
Gastronomie: Pritzerbe, Kützkow
Bahnanschluss: in Pritzerbe RB Brandenburg an der Havel–Rathenow

Vor Bahnitz können kleine Boote die Kahn‐ und Sportbootschleuse nutzen. Das Künstlerdorf verfügt über die vermutlich kleinste Kirche im Havelland.

Übernachtung: Gemeindeanleger, keine Zeltmöglichkeit
Gastronomie: vorhanden

Im weiteren Verlauf besticht die Havel durch mehrere schöne Altarme. In Premnitz lädt das Denkmalensemble Lucke‐Hof zu frischem Brot und Kuchen aus dem Lehmbackofen ein. Die evangelische und die katholische Kirche finden Sie entlang der Alten Hauptstraße.

Übernachtung: Bootshafen und Anlegestelle, Zeltmöglichkeit am Bootshafen
Gastronomie: vorhanden
Bahn: RB Brandenburg an der Havel–Rathenow

Weiter stromabwärts in Milow ist die Fachwerkkirche sehr sehenswert. Im Ort informiert zudem das Naturparkzentrum Westhavelland über den Lebensraum Havel und das Projekt der Havelrenaturierung. Ganz in der Nähe gibt es ein Restaurant direkt am Wasser.

Übernachtung: Wassertouristisches Zentrum Milow, Biwakplatz für Kanuten
Gastronomie: Restaurant am Wassertouristischen Zentrum direkt am Wasser

Bei km 96 empfiehlt sich für Kanuten ein Abstecher über die Mögeliner Havel mit der Dorfkirche in Mögelin und einem Biwakplatz.

Übernachtung: Biwakplatz

Einige Kilometer weiter empfängt die Optikstadt Rathenow die Wasserwanderer mit der Stadtkirche St. Marien‐Andreas auf dem Kirchberg. Unweit davon auf dem Weinberg steht die Auferstehungskirche. Die katholische Kirche St. Georg ist ebenfalls sehenswert. Empfehlenswert ist auch der Optikpark, der sogar einen eigenen Anleger hat.

Übernachtung: Mehrere Anleger, u. a. am Alten Hafen vor der Schleuse und am Optikpark, Zeltmöglichkeit am Wasserwanderstützpunkt
Gastronomie: Gastronomie im Ort, u.a. direkt am Anleger „Am Alten Hafen“
Bahn: RB von und nach Berlin, Brandenburg an der Havel, Stendal (allesamt im Stundentakt)
Weiterführende Links:
www.rathenow.de · www.tv-westhavelland.de · www.optikpark-rathenow.de · www.oimr.de

Die Bootstour führt von hier weiter gen Norden, wo sich die Havel durch die unberührte Landschaft schlängelt. Bei Kilometer 112 geht es über die Hohennauener Wasserstraße auf den Hohennauener See. Die barocke Kirche in Hohennauen ist eine der größten in der Region und besitzt eine wertvolle Innenausstattung aus der Renaissance.

Übernachtung: mehrere Anleger, Campingplatz
Gastronomie: Fischrestaurant, Café mit Anleger direkt am See

Auf der Südseite des Sees empfängt der Urlaubsort Semlin seine Gäste. In der Ortsmitte finden Sie die Fachwerkkirche von 1732.

Übernachtung: Gastanleger im Ort, Zeltmöglichkeit auf Vereinsgeländen
Gastronomie: zahlreiche Restaurants im Ort, teilweise direkt am Wasser

Hinter Semlin schlägt der langgestreckte See einen weiteren Haken und endet schließlich in Ferchesar mit der barocken Dorfkirche.

Übernachtung: Anlegemöglichkeit am Yachthafen, Campingplatz für Kanuten
Gastronomie: am Campingplatz sowie im Ort

Am Nordufer des Sees befindet sich der Ort Wassersuppe mit der Fachwerkkirche aus dem 18. Jh. und einem Wasserwanderrastplatz.

Übernachtung: am Wasserwanderrastplatz, Zeltmöglichkeit für Kanuten


Zurück auf der Havel liegt ein Stück weiter der Erholungsort Schollene mit der im neogotischen Stil gehaltenen und erstaunlich großen Dorfkirche sowie der idyllisch gelegenen Bockwindmühle.

Übernachtung: Anlegestelle Schollene
Gastronomie: mehrere Restaurants


Kurz darauf empfängt Sie Molkenberg mit der wegen ihrer detailreichen Backsteinfassaden besonders schönen Kirche auf dem Hügel. Gegen 18 Uhr kann man hier bei einem Blick auf die Havel das bemerkenswert helle Abendgeläut dieser Kirche hören.


Übernachtung: Wasserwanderrastplatz

Über einen Nebenarm erreichen Sie das Dorf Garz. Die dortige Achteckfachwerkkirche aus dem Jahr 1688 gilt als Kleinod unter den Kirchen des Havellandes. Sie ist ein komplett schiefes Gebäude, das direkt über den zum Dorfhafen angrenzenden Friedhof erreichbar ist.


Übernachtung: Hafen mit Zeltmöglichkeit
Gastronomie: direkt im Hafen


Am Zusammenfluss von Havel und Gülper Havel ist das Künstlerdorf Strodehne mit seinem Backsteinensemble aus großer Dorfkirche, Mühle, Wohn‐ und Wirtschaftsgebäuden sehr sehenswert. In Strodehne können Sie zur BUGA 2015 über den Schiffsanleger den BUGA‐Standort Stölln erreichen.

Übernachtung: Wasserwanderrastplatz mit Zeltmöglichkeit
Gastronomie: direkt im Hafen

Bis zur Hansestadt Havelberg fließt die Havel ruhig mit kaum noch Seitenarmen und Biegungen durch die Landschaft. Hier mündet die Havel schließlich in die Elbe. Ein Besuch des Doms St. Marien sowie der schönen Altstadtinsel mit ihren romantischen Fachwerkhäusern und der Kirche St. Laurentius ist unbedingt empfehlenswert.

Übernachtung: zahlreiche Anleger, Campingplatz

Gastronomie: zahlreiche Restaurants

Bahn: Busverbindung zum Bahnhof Glöwen, von dort RE2 Berlin–Wittenberge

Länge

116 km

Bootseignung

Kanus, Motor‐/Hausboote

Dauer

Motorboote ca. 2–4 Tage,
Kanuten ca. 7–10 Tage

Kirchen

27 in 18 Orten, (für Kanus 29 Kirchen in 20 Orten, da zwei Orte nur mit muskelbetriebenen Booten erreichbar sind)
Alle Kirchen an der Tour

Streckenverlauf

Brandenburg an der HavelKirchmöser Dorf Kirchmöser WestPlaueHohenferchesar (muskelbetriebene Boote) – PritzerbeBahnitzPremnitzMilowMögelin (muskelbetriebene Boote) – RathenowHohennauenSemlinFerchesarWassersuppeScholleneMolkenbergGarzStrodehneHavelberg

Kartenempfehlung

Wasserwanderkarte des Reviers »Flusslandschaft Untere Havelniederung« mit nützlichen Informationen zur Befahrung sowie einer aktuellen Liste mit Anlegemöglichkeiten und Charteranbietern
Download (3,8 MB)

Kanubroschüre »Wassersportregion Havel‐Elbe« mit Tourenbeschreibungen im Revier und speziellen Anlegemöglichkeiten für Kanuten
Download (4 MB)

Erhältlich auch per Post beim Tourismusverband Havelland
www.havelland‐tourismus.de

Naturschutz

Um die unberührte Natur zu schützen, beachten Sie bitte die Regeln in den Schutzgebieten. So ist u. a. das Betreten der Ufer in den Naturschutzgebieten entlang der Havel nur an den Naturbadestellen erlaubt, Zelten und offenes Feuer nur auf den ausgewiesenen Biwakplätzen.

Charterschein

Die komplette Strecke ist für den Charterschein freigegeben. Der Charterschein ist ein Angebot für Skipper, die keinen amtlichen Sportboot-Führerschein besitzen und trotzdem ein Boot mit mehr als 15 PS chartern möchten. Voraussetzung ist eine theoretische und praktische Schulung durch den Charterbetrieb.